So nicht, Herr Minnig

Seit langen Jahren lässt Klaus Minnig die Leserschaft an seinen Überlegungen, die er mit unterschiedlichem Geschick zu seinem illusteren Weltbild jeweils anstellt, mehr oder weniger freiwillig teilhaben. Für gewöhnlich ist es besser, man lasse diese geistigen Ergüsse wieder in der Bedeutungslosigkeit versinken, der sie entsprungen sind. Nicht so für einmal sein Pamphlet im WB vom 13. Oktober. Der Nationalratskandidat der SP schwingt darin wuchtig die Nazikeule und stellt die SVP gezielt in die braune Ecke. Die Unterscheidung zwischen eingebürgerten und gebürtigen Schweizern in einem Flugblatt, das die SVP Schweiz in verschiedenen Kantonen verteilt hatte, “erinnere stark an die Naziphilosophien von der rein-arischen Rasse”. Mit Fug kann man diesen Flyer kritisch betrachten, man mag ihn gut finden oder nicht. Gleichwohl sei daran erinnert, dass die Schweiz mit 25 % nicht nur die höchste Ausländerquote in ganz Europa hat, sondern gleichzeitig auch noch eine grosse Zahl von Ausländern jedes Jahr einbürgert. Im Kanton Wallis waren es allein in den vergangenen zwölf Monaten exakt 1265 Personen. Mit dem Nazivergleich verlässt Minnig aber jede Basis von Sachlichkeit, Anstand und Respekt, die von ihm selbst jeweils gefordert wird. Vielmehr verhöhnt er die zahllosen Opfer des Dritten Reiches, indem er die SVP mit den Nazis in Verbindung bringt und so den Holocaust aufs Gröbste verharmlost. Und so jemand hat in Bern nichts zu suchen.
SVPO

Artikel vom 13. Oktober 2015

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